Trump bekräftigte bei seiner Ankunft in Evian, dass die Straße von Hormus am Freitag „vollständig“ geöffnet werde. Außerdem betonte er, dass für die Durchfahrt keine Maut anfallen werde. Das iranische Außenministerium kündigte jedoch an, dass Gebühren für maritime Dienstleistungen erhoben werden sollen.
US-Vizepräsident JD Vance solle das Abkommen am Freitag persönlich unterzeichnen, sagte Trump. Ob er selbst dabei sein werde, ließ er offen. „Ich könnte involviert sein – oder auch nicht“, sagte Trump. Als Unterzeichnungsort ist Genf im Gespräch. Das Abkommen solle anschließend auch veröffentlicht werden, fügte Trump hinzu.
Iran-Abkommen bereits digital unterzeichnet
Nach Angaben eines hochrangigen US-Vertreters in Washington haben Trump, Vance und der iranische Chefunterhändler Mohammed-Bagher Ghalibaf die Vereinbarung bereits digital unterzeichnet. Teheran bestätigte das zunächst nicht.
Weiter viele Unklarheiten
Vieles zum Abkommen ist allerdings nach wie vor unklar, wie etwa Details zum iranischen Atomprogramm. Einer der größten Knackpunkte dürfte aber wohl die Situation im Libanon bleiben. Israel betonte am Montag, das israelische Militär werde in den besetzten Sicherheitszonen im Land bleiben. Israel begründet seinen Einsatz im Libanon mit dem Kampf gegen die dortige vom Iran unterstützte Terrorgruppe Hisbollah.
Reuters/Christian Hartmann
Die Spitzen der großen Industrienationen treffen sich bis Mittwoch im französischen Kurort Evian
Unklarheit herrschte vorerst auch mit Blick auf die Aufhebung von Sanktionen, den Zugang des Iran zu eingefrorenen Vermögenswerten im Ausland sowie einen milliardenschweren Fonds für den Wiederaufbau im Iran. Solche Maßnahmen seien diskutiert worden, Voraussetzung dafür sei aber, dass Teheran sich an seine Zusagen halte, sagte ein US-Regierungsvertreter in Washington.
Trump lehnt Angebot Macrons ab
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bot Trump in Evian erneut die militärische Unterstützung bei der Absicherung des Schiffsverkehrs durch die Meerenge an – ein Angebot, das Trump weitgehend ablehnte. „Ich denke, wir brauchen nicht viel Hilfe, da wir ja ein Abkommen haben“, sagte Trump. Es sei aber „keine schlechte Idee, ein, zwei Schiffe von einigen Ländern dort zu haben“, fügte er hinzu.
Macron hatte zuvor erklärt, dass Frankreich innerhalb weniger Tage Militärflugzeuge, Fregatten und seinen Flugzeugträgerverband Charles de Gaulle für einen Einsatz rund um die Straße von Hormus entsenden könne. Er hatte gemeinsam mit dem britischen Premierminister Keir Starmer seit Wochen einen internationalen Einsatz geplant, um die Meerenge abzusichern.
Treffen zwischen Macron und Trump verzögert
Bei der Pressebegegnung kurz vor ihrem Zweiergespräch wirkten Trump und Macron relativ reserviert. Ihr Händedruck schien kurz und höflich – kein Vergleich zu früheren demonstrativen Gesten. Macron hatte Trump auch nicht wie angekündigt vor dem Hotel empfangen.
Das Zweiertreffen mit dem US-Präsidenten verzögerte sich nach Trumps Ankunft im Hotel um eine Stunde – nach Angaben aus Macrons Umfeld dauerte dessen Gespräch mit dem brasilianischen Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva länger als geplant.
Reuters/Christian Hartmann
Ein Hilfsangebot Macrons zur Absicherung der Straße von Hormus lehnte US-Präsident Trump ab
Hintergrund könnte Trumps jüngste neue Drohung mit Strafzöllen auf französischen Wein und Champagner sein, falls Frankreich seine Digitalsteuer nicht abschaffen sollte. Macron war zudem in die Kritik geraten, Trump allzu sehr den roten Teppich ausgerollt zu haben – unter anderem durch den Verzicht auf Themen wie den Klimawandel auf der Gipfelagenda.
Ukraine-Krieg am Dienstag im Fokus
Am Dienstag, dem zweiten Tag des Treffens, steht zunächst der Ukraine-Krieg auf der Agenda. Zu der Arbeitssitzung wird auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erwartet. Trump, der nach eigenen Angaben am Sonntag sowohl mit Selenskyj als auch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefoniert hatte, zeigte sich optimistisch. „Vielleicht können wir was machen“, sagte er, ohne Details zu nennen. „Sie sind beide offen dafür.“
In einer weiteren Arbeitssitzung soll es erneut um den Iran-Krieg und den Nahost-Konflikt gehen. Dazu sind auch die Präsidenten Ägyptens, der Vereinigten Arabischen Emirate sowie der Emir von Katar eingeladen. Eine dritte Gesprächsrunde dreht sich um die Entwicklungspolitik. Der deutsche Kanzler Friedrich Merz will im Verlauf des zweiten Gipfeltags auch mehrere bilaterale Gespräche führen.
Das bis Mittwoch andauernde G-7-Treffen findet unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Auf französischer Seite sind etwa 16.000 Sicherheitskräfte und Feuerwehrleute im Einsatz. Die Schweiz beteiligt sich mit etwa 4.000 Soldaten an der Absicherung, da die Staatsgäste auf dem Genfer Flughafen landen.