Bei einem erneuten Fall von Siedlergewalt im besetzten Westjordanland sind nach Medienangaben heute neun Personen verletzt worden. Zudem seien Autos zerstört und Schafe gestohlen worden, berichtete Kathpress.
Der Angriff ereignete sich den Medien zufolge im palästinensischen Ort Huwara. Unter den Verletzten ist laut der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA auch ein Gemeinderat. Er sei durch Munitionssplitter am Bein verletzt worden.
Eine Pressesprecherin der Gemeinde sagte laut Berichten, Dutzende Siedler hätten das Rathaus, mehrere Häuser sowie deren Bewohnerinnen und Bewohner angegriffen.
Am Vortag hatte ein Sprecher des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas vor der wachsenden Gefahr durch eskalierende Angriffe israelischer Siedler gewarnt. Nach palästinensischen Angaben verübten israelische Siedler im Mai insgesamt 551 Angriffe auf Palästinenserinnen und Palästinenser und deren Eigentum.
Ministerium: Baby starb bei israelischem Armeeeinsatz
Ein sieben Monate altes palästinensisches Baby ist nach Schüssen eines israelischen Soldaten auf ein Fahrzeug im Westjordanland gestorben. Das palästinensische Gesundheitsministerium in Ramallah teilte mit, Armeeangehörige hätten südlich von Hebron das Feuer auf ein Fahrzeug eröffnet.
Das Baby sei später in einem Krankenhaus an den Folgen seiner schweren Verletzungen gestorben. Die Eltern seien mittelschwer verletzt worden.
Israelische Armee untersucht Angriff
Nach Angaben einer israelischen Armeesprecherin hatten Soldaten während ihres Einsatzes den Eindruck, ein Fahrzeug rase mit hoher Geschwindigkeit auf sie zu. Ein Soldat habe daraufhin mehrere Schüsse abgegeben. Drei Menschen seien verletzt und medizinisch versorgt worden.
Ersten Ermittlungen zufolge seien die Palästinenser unbeteiligte Zivilpersonen gewesen. Die Umstände des Vorfalls würden untersucht. Die Armee erklärte, sie bedauere zutiefst jeglichen Schaden, der unbeteiligten Personen zugefügt werde.