Beide Präsidenten beschrieben ihr gemeinsames Gespräch als „sehr gut“ bzw. „gut“. Es sei auch über Flugabwehr und „Dokumente“ gesprochen worden, sagte Selenskyj wohl mit Blick auf Sicherheitsgarantien und Wiederaufbau: „Ohne die USA funktionieren keine Sicherheitsgarantien.“ Selenskyj äußerte die Hoffnung, dass der Schutz des ukrainischen Luftraums weiter gestärkt werde.
In seiner Rede in Davos warf Selenskyj seinen europäischen Verbündeten und der NATO zu wenig Unterstützung vor: „Europa diskutiert gern über die Zukunft, scheut sich aber davor, heute zu handeln – Handlungen, die darüber entscheiden, welche Art von Zukunft wir haben.“ Kritik übte er auch an der NATO, die dank des Glaubens, dass die USA im Falle eines Angriffs nicht tatenlos zusehen, sondern helfen würden, existiere: „Doch niemand hat das Bündnis bisher in Aktion erlebt.“
Reuters/Ukrainian Presidential Press Service
Selenskyj sprach mit Trump in Davos rund eine Stunde
Er sprach sich zudem für ein stärkeres Vorgehen gegen den russischen Ölhandel aus. Trump könne Öltanker beschlagnahmen, sagte Selenskyj mit Blick auf das – umstrittene – Vorgehen der USA gegen Venezuela. Warum könne das Europa nicht mit russischen Tankern tun?
Kein Durchbruch
Trump sagte Richtung dem russischen Präsidenten Wladimir Putin: „Der Krieg muss enden.“ Einen Durchbruch erzielten die beiden Präsidenten in ihrem rund einstündigen Gespräch allerdings nicht. Man habe „noch einen Weg vor sich“, sagte Trump.
Er verwies auch auf das für Donnerstagabend geplante Gespräch von US-Sondergesandtem Steve Witkoff und seinem Schwiegersohn Jared Kushner mit Kreml-Chef Putin in Moskau. Zuletzt hatte Putin die beiden US-Gesandten Anfang Dezember in Moskau empfangen
Witkoff: Gespräche „weit fortgeschritten“
Witkoff und Kushner sind von Trump mit den Verhandlungen zur Beendigung des Ukraine-Krieges betraut, der am 24. Februar 2022 begonnen hatte. Diplomatische Bemühungen, den Ukraine-Krieg zu beenden, laufen bereits seit mehreren Monaten. Ein ursprünglich von den USA vorgelegter Friedensplan liegt in einer überarbeiteten Version auf dem Tisch. Fragen wie Gebietsansprüche und Sicherheitsgarantien für die Ukraine sind aber noch offen.
Die Gespräche seien „weit fortgeschritten“, sagte Witkoff. Es gebe nur noch „ein einziges Problem“ zwischen Kiew und Moskau, so Witkoff am Donnerstag in Davos vor seinem Abflug nach Moskau, ohne Details zu nennen. Es seien verschiedene Varianten des Problems diskutiert worden, das bedeute, dass es lösbar ist: „Wenn also beide Seiten eine Lösung wollen, werden wir sie auch finden.“
Russland schätze Trumps Friedensbemühungen, so Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Er wollte sich zum aktuellen Stand der Verhandlungen aber nicht äußern und das Treffen von Witkoff und Putin abwarten.