Italo-Disco ist als wichtiges kulturelles Erbe unseres südlichen Nachbarlands nie ganz von der Bildfläche verschwunden. Rechtzeitig zur Eröffnung der Badesaison kehrt sie so sicher wie das Amen im Gebet zurück. Adriano Celentano, Umberto Tozzi, Eros Ramazotti oder Gianna Nannini haben neben ihren sattsam bekannten Evergreens immer auch zum Tanzen gedachte leichtere und seichtere Musik dabei. Man kann sie, positiv gedeutet, als sexy Diskontermusik für Erwachsene bezeichnen, die man mit leicht merkbaren Kindermelodien und unterkomplexen Plastikbeats bestens zu unterhalten vermag. Der deutsche Autor Eric Pfeil bringt es in seinem Buch Azurro. Mit 100 Songs durch Italien auf den Punkt: “Italo-Disco ist oberflächlich, schamlos, grell, überzuckert und billig. Und manchmal ganz großartig.”