Das Thema Asbestbelastung durch Schotter aus Österreich beschäftigt zunehmend auch Ungarn. Befürchtungen zufolge könnten mehr Gemeinden im Westen des Landes wegen kontaminierten Schotters aus dem Burgenland betroffen sein, sagte Andras Nemeny, Bürgermeister von Szombathely, laut dem Onlineportal Kontroll.hu.
Außer Szombathely werden Sopron, Köszeg sowie weitere bis zu 30 Ortschaften genannt, die alle Schotter in Wohnsiedlungen und im Straßenbau verwendeten.
In Szombathely wurde aufgrund extrem hoher Asbestkonzentrationen in einer Siedlung ein Gesundheitsnotstand ausgerufen. Hier sei ein zwölf Kilometer langer Straßenabschnitt von der Asbestverschmutzung betroffen. Dieser werde ständig gewässert, um die gesundheitsschädigende Staubbildung zu verhindern, mit der krebserregende Fasern in die Luft gelangen.
Nemeny erstattete Anzeige gegen unbekannt und betonte, dass auch die Bevölkerung dieses Material gekauft habe, da die beigefügten Zertifikate eine Asbestfreiheit belegten.
Stark überhöhte Werte
Laut Greenpeace Österreich hatten ungarische Messungen eine extrem hohe Asbestbelastung in der Luft ergeben, mit einem Ergebnis zwischen 35.000 und 292.000 Fasern pro Kubikmeter Luft, wobei die Taskforce im Burgenland einen Maximalwert von 1.000 Fasern pro Kubikmeter empfiehlt.
Laut Istvan Orban, Generaldirektor des Regierungsamts des ungarischen Komitats Vas, stammt das kontaminierte Material aus dem Steinbruch in Pilgersdorf, wobei auch die Steinbrüche Glashütten bei Schlaining, Bernstein, Badersdorf mit dem Vorfall in Verbindung gebracht wurden.
Diese Unternehmen wurden im Jänner aufgrund von Asbestbelastung behördlich gesperrt. Sie alle wiesen Vorwürfe der Kontamination zurück und meinten: Die von den österreichischen Landesbehörden und Greenpeace angewandten Messmethoden waren unzureichend.